2. Dörfer-Themenabend "Unser Dorf - fit für die Zukunft?!"
Dienstag 13.06.2017

Der 2. Dörfer-Themenabend im Rahmen der „Servicestelle Dorf“ informierte die Ortsvorsteher/Innen sowie weiteren Akteure der Dörfer bzw. Stadt-/Ortsteile < 3.000 Einwohner zu folgenden Themenbereichen:

  •  Erhaltung der Nahversorgung im Ort
  • Engagement und Miteinander im Ort und der Frage „Wie gewinne ich Freiwillige?“
  • Praxisbeispiele prämierter Teilnehmerdörfer des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“

Referentin des Themenabends war Frau Nathalie Franzen. Frau Franzen ist eine seit mehr als 20 Jahren in der Praxis freiberuflich tätige Dorfplanerin/Regionalberaterin aus Rheinland-Pfalz. Sie hat bereits zahlreiche planerische, kulturelle als auch soziale Projekte begleitet und initiiert, Dorfkonferenzen gehalten und mit ihren Vorträgen zum Handeln in den Dörfern angeregt. Über die Jahre hat sie viel praktische Erfahrung sammeln können, an welcher Sie die Akteure des Regionalverbandes teilhaben ließ.

Der 2. Dörfer-Themenabend bot den Akteuren der Dörfer bzw. Stadt-/Ortsteile die erneute Gelegenheit zur Ideengewinnung und insbesondere zum Erfahrungsaustausch untereinander sowie mit einer externen Expertin für Dorfplanung.

1. Dörfer-Themenabend "Finanzierungsmöglichkeiten für Projektideen der Dorfgemeinschaften"
Montag 21.11.2016

Ein Baustein der „Servicestelle Dorf“ ist der sogenannte Dörfer-Themenabend, der die Hauptakteure der Dorfgemeinschaften bzw. der Stadt-/Ortsteile <3.000 Einwohner einmal im Jahr über relevante Themen der Dorfentwicklung informieren soll.

Ein Thema, welches vor dem Hintergrund der rückgängigen kommunalen Finanzausstattung stets zugegen ist, ist die Frage nach der Finanzierung entwickelter Projektideen. Mit dem ersten „Dörfer-Themenabend“ wurde daher ein Überblick über bestehende Förderprogramme als auch über alternative Finanzierungsmöglichkeiten gegeben. Referenten des Abends waren:

  • Otmar Weber von der Agentur Ländlicher Raum im Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz zum Thema „Fördermöglichkeiten und Zusammenarbeit im ländlichen Raum“
  • Sven Andres, Projektleiter Crowdfunding der Vereinigten Volksbank eG zum Thema Crowdfunding – „Viele schaffen mehr“ sowie
  • Stephan Rausch, Bürgermeister der Gemeinde Oberthal und Johannes Schumacher von der Interessengemeinschaft OBERTHAListhenics zum Projektbeispiel OBERTHAListhenics - Bau einer neuen Calisthenics-Sportanlage

Die anwesenden Teilnehmer/Innen nutzten den Abend um sich über die verschiedenen Alternativen der Projektfinanzierung aber auch über Tipps bei der Fördermittelbeantragung zu informieren. Im Anschluss an die Vorträge kam es zu einem regen Austausch zwischen den Referenten und den Akteuren aus den verschiedenen Dörfern bzw. Stadt- und Ortsteilen des Regionalverbandes Saarbrücken.    

1. Dörfernetzwerk
Samstag 27.08.2016

Rückblick zur Besichtigung beispielhafter Projekte der Bürgerwerkstätten in der Region Saargau 

Das 1. Dörfernetzwerk im Rahmen der „Servicestelle Dorf“ führte die Ortsvorsteher des Regionalverbandes Saarbrücken, am heißesten Tag des Jahres 2016, in den Landkreises Saarlouis, genauer gesagt durch den Saargau. Hier besichtigte die Runde der teilnehmenden Ortsvorsteher aus Göttelborn, Bliesransbach, Walpershofen, Wahlschied, Emmersweiler und Lauterbach ausgewählte Projekte der gegründeten Bürgerwerkstätten von Bisten, Berus, Gisingen und Altforweiler.

Die Bürgerwerkstätten im Saargau gehen zurück auf Gerhard Fischer, der diese im Jahr 2008 ins Leben rief. Als Initiator und Impulsgeber nahm sich Gerhard Fischer v.a. die Gestaltung von Ortseingängen und anderen markanten Punkten im Ort vor. Ziel war und ist die Aufwertung des öffentlichen Raumes unter der Verwendung regionaler Materialien und wiederkehrender Elemente, auch als Identifikationsmerkmal für die dortigen Bewohner. Als Koordinator begleitete er zahlreiche Projekte der Bürgerwerkstätten und kümmerte sich um die öffentlichkeitswirksame Darstellung der Projekt-Phasen und Ergebnisse. 

Die erste Werkstatt dieser Art fand sich damals im Überherrner Ortsteil Berus zusammen, wo die Gestaltung des dortigen Ortseinganges mit dem berühmten Beruser Esel und einer regionaltypischen Mauer aus Kalkstein zu einer Welle von Neugründungen weiterer Bürgerwerkstätten führte.

Im Rahmen der 1. Dörfer-Netzwerktour wurden folgende ausgewählte Projekte der verschiedenen Bürgerwerkstätten näher vorgestellt.         

Berus, Ortseingang von Altforweiler kommend (L 351)
Bisten, Ortseingang und Platzgestaltung (Mertener Straße)
Berus, Ortseingang von Ittersdorf kommend (L 351)

Begleitung: Gerhard Fischer (LAG Warndt-Saargau)

Gisingen, Haltestelle mit Platzgestaltung
Gisingen, Ortseingang mit „Tor zum Gau“
Gisingen, Festplatz und Umfeld

Begleitung: Ortsvorsteherin Ulrike Heffinger, stellv. Ortsvorsteherin Dagmar Arweiler 

Altforweiler, Ortseingang von Berus kommend (L 351)
Altforweiler
Altforweiler, Platzgestaltung mit Wegekreuzen (L 167)

Begleitung: Ortsvorsteher Gerhard Hewer, Gerhard Fischer

Bemerkenswert an den Bürgerwerkstätten ist, wie die Bürger sich für die Aufwertung ihres Dorfes einsetzen. Die Arbeit beruht dabei stets auf Freiwilligkeit und trotzdem oder aber gerade deswegen bestehen einige der vor mehr als sieben Jahren gegründeten Bürgerwerkstätten noch heute. So z.B. die Bürgerwerkstatt in Altforweiler. Die Akteure dort treffen sich jeden Donnerstag, um ihre Aktivitäten zu besprechen und die Ideen und die Arbeit gehen dabei nie aus.

Durch die zahlreichen ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden sind die tatsächlich anfallenden Kosten für die Arbeit der Bürgerwerkstätten meist überschaubar. Unbezahlbar hingegen ist und bleibt vielmehr die eintretende Identifikation der Bewohner mit ihrem Lebensmittelpunkt. Die Arbeit muss immer Freude bereiten und darf nie zum Zwang werden, nur so ist nach Ansicht von Gerhard Fischer ein langfristiges Aufrechterhalten der Werkstätten möglich. Eine ausgiebige Öffentlichkeitsarbeit hilft dabei, Mitmacher zu aktivieren und die geleistete Arbeit wert zu schätzen.

Auffällig ist, dass alle Projekte einerseits den Ort verschönern und gleichzeitig die Dorfgemeinschaft stärken. In Gisingen beispielsweise hat die Dorfgemeinschaft neben den Bürgerwerkstätten einen weiteren Verein gegründet. Dieser bezieht keine Mitgliedsbeiträge, sondern verlangt stattdessen die Arbeitskraft seiner Mitglieder für verschiedene Projekte oder auch Feste. Dies zeigt, wie viel den Bewohnern selbst daran gelegen ist, mit kreativen Ideen ihren Lebensmittelpunkt attraktiv und lebendig zu gestalten.

Das 1. Dörfernetzwerk war ein gelungener Auftakt für den vom Regionalverband Saarbrücken angestrebten Austausch von Erfahrungen der Dorfakteure. Die Ortsvorsteher des Regionalverbandes Saarbrücken kommen alle selbst aus aktiven Dörfern, trotzdem konnte die Besichtigungstour den Ideenpool an möglichen Projekten erweitern. Dass es ein langer Prozess ist, bis solche Strukturen dauerhaft funktionieren versteht sich von selbst. Die Servicestelle Dorf hofft, hierzu einen ersten Anstoß geben zu können.

Auftaktveranstaltung der "Servicestelle Dorf" 

am 21.07.2016 im VHS-Zentrum am Schloss 

 Präsentation zum Download