Kolumne des Regionalverbandsdirektors

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

in der vergangenen Woche wurde der erste Rentenreport des DGB für das Saarland veröffentlicht. Die Zahlen – auch für den Regionalverband Saarbrücken – zeigen, in welcher prekären Situation sich gerade Frauen über 65 Jahren befinden. Bei uns betrug die durchschnittliche Eingangsrente von Frauen im Jahr 2017 gerade einmal 593 Euro. Bei den Männern waren es durchschnittlich 1.095 Euro.

Die Rente ist die Folge der jeweiligen Erwerbstätigkeit. Unterbrechungen und oftmals gezahlte Niedriglöhne führen zu einer teils stark reduzierten Rente. Die erste Nachbesserung wurde mit der Einführung des Mindestlohns erreicht. Doch diese Maßnahme reicht noch lange nicht aus, um drohender Altersarmut entgegenzusteuern. Im Vergleich zu 2011 ist die Zahl der Grundsicherungsempfänger um 23 Prozent auf aktuell insgesamt über 6.800 Personen angestiegen. Wir rechnen im Regionalverband mit weiterhin steigenden Zahlen.

Die Einführung einer Grundrente oder Respekt-Rente ohne Einkommensprüfung wäre ein weiterer Fortschritt und geeignet, die Zahl der Grundsicherungsempfänger zu reduzieren. Dies ist eine konkrete Hilfe für Menschen, die 35 Jahre oder länger gearbeitet haben. Allerdings müssten – gerade in Hinblick auf die große Zahl der Grundsicherungsempfängerinnen, die im Regionalverband etwa 55 Prozent beträgt – auch die Erziehungs- und Pflegezeiten mit angerechnet werden.

Ihr

Peter Gillo