Deutsch-jüdische Geschichte erfahren

Die deutschlandweite mobile Ausstellung „Das Jüdische Museum Berlin macht Schule“ ist im Juni in Merzig, St. Wendel, Püttlingen, Dillingen und Saarbrücken unterwegs.

Der Bus besuchte auch die Peter-Wust-Schule und ermöglichte den Schülern und Schülerinnen mit den Museumspädagogen ins Gespräch über die deutsch-jüdische Geschichte zu kommen. Das Ziel des Workshops ist, eine tolerante und offene Atmosphäre zu schaffen, in der die jüdische Identität durch echte Begegnungen und Diskussionen erfahrbar wird und  eventuelle Vorurteile aufgebrochen werden können.

 In einem interaktiven Workshop wurden die Themen Antisemitismus, jüdische Religion, Tradition und Identität gemeinsam diskutiert. Unter Anleitung der Pädagogen erarbeiteten sich die Schüler und Schülerinnen die Themen in Kleingruppen. Sie bewegten dabei die großen Themenwürfel durch den Raum und präsentierten ihre Erkenntnisse.

 Unter dem Thema „Anfang, Ende und dazwischen“  zum Beispiel wurde die Gruppe an Situationen aus dem Alltag jüdischen, muslimischen, christlichen und nichtreligiösen Lebens herangeführt und konnte eine wertfreie Annahme des „Anders-Seins“ erfahren und verinnerlichen.

 Celine, eine Schülerin der Peter-Wust-Schule, schildert ihre Erfahrungen in der Gruppe: „Der Workshop war sehr interessant. Wir haben mehr über die Juden herausgefunden. Besonders interessant fand ich am Anfang ein Spiel, bei dem es darum ging, sich noch näher kennen zu lernen. Es war ein Ja/Nein-Spiel. Wir haben einen Kreis gebildet. Der Workshop-Leiter legte Gummibärchen in die Mitte und sagte: ‚Wenn ihr die folgenden Fragen mit Ja beantworten könnt, geht in die Mitte und nehmt euch ein Gummibärchen.’ Wer in die Mitte ging, bekam von den anderen Schülern Applaus. Das Spiel hatte was mit Mut zu tun, denn es gibt Sachen, die man normalerweise nicht sagt. Zum Beispiel die Frage, ob  man an eine bestimmte Religion glaubt.“

 Frau Wildt, eine Lehrerin der Schule, die den Lernprozess beobachtet hat, war beeindruckt von der Atmosphäre: „Es ist in unserer Gesellschaft für manche nicht leicht, zu dem zu stehen, was die eigene Identität ausmacht. Im Workshop wurde eine positive Atmosphäre der Akzeptanz und Toleranz geschaffen, die den Schülern und Schülerinnen spielerisch den Zugang zu mehr Empathie bot. Ich hoffe, dass sie die neuen Erfahrungen in ihren normalen Alltag und in ihren Umgang mit anderen einfließen lassen können.“