Jugendliche brauchen Vielfalt und Orientierung

Experten informierten auf Fachtag im vhs-Zentrum am Saarbrücker Schlossplatz

Eine der beiden Podiumsdiskussionen: (v.r.) Regionalverbandsdirektor Peter Gillo, eine Schülervertreterin, Martha Rosenkranz, Leiterin Politische Jugendbildung der vhs Regionalverband Saarbrücken und Moderatorin des Fachtags, Clemens Wilhelm, Schulleiter der Ganztagsgemeinschaftsschule Neunkirchen, Dr. Burkhardt Jellonek, Leiter des Landesinstitutes für Pädagogik und Medien Saarbrücken und Prof. Dr. Ivo Züchner diskutierten über Jugend im Handlungsfeld zwischen Schule, Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit.

Mit 170 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war das vhs-Zentrum am Saarbrücker Schlossplatz bis auf den letzten Platz besetzt. Der Regionalverband Saarbrücken und das Landesinstitut für Pädagogik und Medien hatten zum ersten Fachtag mit dem Thema „Jugend und Vielfalt ermöglichen“ eingeladen. Namhafte Experten befassten sich beispielsweise damit, wie Möglichkeitsräume von Jugend besser gestaltet werden können oder was die heutige Jugend eigentlich ausmacht. Ziel des Fachtages war es, alle wichtigen schulischen und außerschulischen Akteure zusammenzubringen und für eine intensivere Kooperation untereinander zu werben.

Die Lebensphase Jugend bringt für die Gesellschaft und ihre Akteure viele Herausforderungen mit sich. Dies wurde durch die Beiträge der beiden Referenten, Prof. Dr. Ivo Züchner, Professur für außerschulische Jugendbildung an der Universität Marburg, und Dr. Marc Calmbach, Direktor der Abteilung Sozialforschung am SINUS-Institut, deutlich. Für Züchner bedürfe es einer intensiveren Zusammenarbeit zwischen Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und der Organisation Schule. Da die Schule als zentraler Lern- und Lebensort einen immer größeren Zeitrahmen beansprucht sei fraglich, inwieweit der „Freiraum“ der Jugendlichen weiterhin gewährleistet werde. Gerade in Hinblick auf die Zunahme an Ganztagsschulen sei dies für Züchner problematisch zu sehen. Calmbach kam unter anderem zu dem Ergebnis, dass Jugendliche heutzutage den Wunsch nach Orientierung und Halt in der Gesellschaft hätten. Bei der Fülle an 500 möglichen Ausbildungsberufen und 18.000 Studiengängen sei es für sie schwer zu entscheiden, wie ihre Zukunft aussehen solle. An jeden Vortrag schloss sich eine Podiumsdiskussion an. Die teilweise kontroversen Sichtweisen trugen zu einer lebhaften Diskussion bei. Zwei Schülerinnen waren als Expertinnen ihrer Lebensphase ebenfalls am Podium beteiligt.

Das Ergebnis des Fachtags: Jugendliche brauchen Vielfalt, als auch Orientierung. Dieses Spannungsfeld stellt für schulische und außerschulische Akteure einen herausfordernden Prozess dar, um den Jugendlichen eine Zukunft zu sichern. Da es dazu ein stärkeres Zusammenarbeiten der einzelnen Akteure benötigt, wird der erstmals stattgefundene Fachtag nicht der letzte bleiben.