Neue Richtwerte für Unterkunftskosten im Regionalverband ab 01.02.

Bedarfsgemeinschaften mit zu hohen Kosten der Unterkunft gehen stark zurück

Ab dem 1. Februar gelten neue Richtwerte für Unterkunftskosten im Regionalverband Saarbrücken. Neben den Empfängern von Hartz IV haben auch Empfänger aus der Sozialhilfe und dem Asylbewerberbereich Anspruch auf diese Leistungen. Wie alle Kommunen in Deutschland muss der Regionalverband Saarbrücken in regelmäßigen Abständen den sogenannten „grundsicherungsrelevanten Mietspiegel“ neu erstellen, der das tatsächliche Mietniveau für Wohnungen des einfachen Standards im Regionalverbandsgebiet abbildet. Im vergangenen Herbst wurden rund 4.000 Haushalte nach dem Zufallsprinzip angeschrieben, um über einen Fragebogen Informationen zur jeweiligen Miethöhe zu erhalten. In die Berechnung mit eingeflossen sind zudem unter anderem Daten des Jobcenters und des Sozialamtes, der Online-Plattform Immowelt sowie der großen Vermieter in der Region.

Die neu berechneten Angemessenheitsgrenzen wurden so der Mietpreisentwicklung der vergangenen Jahre angepasst. Regionalverbandsdirektor Peter Gillo: „Gegenüber der bisherigen Erhebung aus dem Mai 2017 werden nun je nach Ort und Anzahl der Personen pro Haushalt durchschnittlich 13 Prozent mehr übernommen. Ich bin zuversichtlich, dass die kommunalen Siedlungsgesellschaften damit gut wirtschaften können. Auch im Privatbereich könnte dies ein Anreiz sein, in den eigenen vermietbaren Wohnraum zu investieren.“ Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften mit übersteigenden Kosten der Unterkunft verringert sich so um rund 59 Prozent. Von derzeit 2.833 Fällen (nach Richtwert vom 01.05.17) sind davon künftig noch 1.172 Fälle betroffen. Für das Jahr 2019 erwartet der Regionalverband eine Haushaltsmehrbelastung zwischen 2,5 und 3,5 Millionen Euro. „Eine Anpassung der Richtwerte muss juristisch nachvollziehbar begründet werden. Dabei muss der Spagat geschafft werden, einerseits bedürftigen Bürgern eine adäquate Unterkunft zu finanzieren, andererseits aber die Kosten in einem vertretbaren Rahmen zu halten“, so Gillo.

Kosten der Unterkunft (KdU)

Für die Kosten der Unterkunft ist die Bruttokaltmiete ausschlaggebend. Diese umfasst die Grundmiete zuzüglich kalte Betriebskosten (also ohne Individual-Strom und Heizung). Die Ausweisung der Bruttokaltmiete als Angemessenheitsgrenze wird vom Bundessozialgericht zwingend vorgeschrieben.

Im Regionalverband wurden vier Vergleichsregionen statistisch nachvollziehbar ermittelt: Saarbrücken (Region C), Völklingen (Region D), Sulzbach und Friedrichsthal (Region A), Heusweiler, Riegelsberg, Quierschied, Püttlingen, Großrosseln, Kleinblittersdorf (Region B). Die jeweiligen angemessenen Grenzwerte sind im Prinzip die höchsten der ermittelten Kosten für Wohnungen des einfachen Standards.

Die neuen KdU-Werte, die ab dem 1. Februar gültig sind, können Sie  HIER einsehen.