Fragen und Antworten zur Tuberkulose

Das Gesundheitsamt informiert

Wichtig zu wissen: Es gibt aktuell keinen Tuberkulose-Ausbruch im Regionalverband. Die aktuelle Anzahl von Erkrankungsfällen ist gering und nicht höher als in den Vorjahren. Aktuell ist lediglich die Anzahl der Kontaktpersonen höher als gewöhnlich. 

Was ist Tuberkulose?

Die Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird. Sie ist ein weltweites Problem, wobei jedoch die meisten Krankheitsfälle in den Entwicklungsländern im Zusammenhang mit unzureichender Hygiene, Mangelernährung und schlechter medizinischer Versorgung auftreten.

Ist Tuberkulose immer ansteckend?

Nein.  Ansteckend ist nur die sogenannte „offene Tuberkulose“, meist der Lunge, bei der Bakterien mit den Atemwegssekreten ausgeschieden werden.Infizierte ohne Symptome bzw. therapierte Tuberkulosen sind nicht ansteckend. 

Wie erfolgt die Übertragung?

Die Übertragung der Bakterien erfolgt von Mensch zu Mensch über sehr kleine Tröpfchenkerne, die beim Husten, Niesen oder Sprechen in den Atemwegen des an offener Tuberkulose Erkrankten gebildet werden. Die Erreger können außerhalb des Körpers nicht lange überleben. Nach ausgiebigem Lüften bzw. nach mehreren Stunden sind in der Regel keine lebensfähigen Bakterien mehr vorhanden. Die Ansteckungsgefahr ist demnach am größten, wenn man sich mit einem ansteckenden Patienten über einen längeren Zeitraum in einem schlecht gelüfteten Raum aufhält. Die größte Gefahr für eine Erkrankung nach Kontakt haben abwehrgeschwächte Patienten und kleine Kinder.

Wie lange ist die Inkubationszeit (Zeit zwischen Ansteckung und Auftreten der Krankheitszeichen)?

Die Inkubationszeit beträgt mindestens 6 bis 8 Wochen.

Was sind die Krankheitserscheinungen?

Zu Krankheitsbeginn treten uncharakteristische Symptome wie Müdigkeit, Gewichtsabnahme, Appetitlosigkeit, Husten, Nachtschweiß, Fieber und Abgeschlagenheit auf.

Wie erfolgt die Diagnose?

Diagnostiziert werden kann die Tuberkulose über einen aussagekräftigen Bluttest, Röntgen oder einen Hauttest.

Ist die Tuberkulose tödlich?

Nein. Die Erkrankung ist mit Antibiotika behandelbar und heilt bei konsequenter Therapie meist folgenlos aus. 

Gibt es eine Impfung?

Tuberkuloseimpfung wird in Deutschland nicht durchgeführt. 

Empfehlungen für die Gemeinschaftseinrichtung mit Hinweisen auf die Wiederzulassung nach Erkrankung?

Nach § 34 Infektionsschutzgesetz (IfSG) dürfen Kinder und Erwachsene (Lehrer und Erzieher), die an einer offenen TBC erkrankt sind, die Schule oder die Kindertageseinrichtung nicht besuchen. Ein ärztliches Attest zur Wiederzulassung ist erforderlich.

Wie lange bleiben behandelte Patienten ansteckend?

Unter einer wirksamen antituberkulösen Therapie sind Patienten in der Regel nach drei Wochen nicht mehr ansteckend. Nach Entlassung aus der vorübergehenden Isolation kann der Patient sein normales Sozial- und Arbeitsleben wieder aufnehmen.

Ist jeder, der Kontakt zu einem Erkrankten hatte, gefährdet?

Nein. Nur langfristige Kontakte in geschlossenen Räumen ermöglichen eine Infektion. Kurze Kontakte, bzw. Kontakte im Freien reichen hierfür nicht aus.

Was geschieht mit Kontaktpersonen?

Alle Personen im nahen Umfeld, die ein Ansteckungsrisiko haben, werden vom Gesundheitsamt ermittelt und meist mittels Bluttest untersucht. Alternativ werden Röntgenbilder oder Hauttests durchgeführt. Da die Tuberkulose einen sehr langsamen Verlauf hat, können die jeweiligen Untersuchungen erst mit einem gewissen zeitlichen Abstand zum letzten Kontakt erfolgen. In der Regel erfolgt die Diagnostik im Gesundheitsamt, im Falle einer beruflichen Exposition werden die jeweiligen Betriebsärzte tätig. Besonders gefährdete Menschen, wie z.B. Kleinkinder, erhalten bei relevanter Exposition eine sogenannte Antibiotika-Prävention, bis eine Infektion ausgeschlossen ist.

Können Kontaktpersonen selbst ansteckend sein?

Nein. Zur Ansteckung muss eine offene akute Erkrankung vorliegen. Die Bakterien überleben nicht auf Kleidung, Haut oder anderen Oberflächen und können so nicht weitergetragen werden. Somit gelten für die Betroffenen keinerlei Einschränkungen für den Besuch in der Schule, Arbeit oder bei Familienangehörigen.

Wie wird in den aktuellen Fällen im Regionalverband verfahren?

Im Gesundheitsamt des Regionalverbandes Saarbrücken erfolgen die Untersuchungen von Kontaktpersonen mittels immunologischen Bluttests. Betroffene Kinder werden sofort und 6 bis 8 Wochen nach dem letzten Kontakt getestet - Jugendliche und Erwachsene einmalig 6 bis 8 Wochen nach Exposition. Erst nach diesem Zeitraum ist eine Aussage, ob ein relevanter Kontakt mit den Bakterien stattgefunden hatte, möglich. Bei Kindern unter 5 Jahren und hohem Übertragungsrisiko wird grundsätzlich die Durchführung einer präventiven Antibiotikagabe durch den Kinderarzt empfohlen, bis die Diagnostik abgeschlossen ist.

Im Falle beruflich Betroffener steht das Gesundheitsamt in Kontakt mit den Betriebsärzten, um auch hier die Untersuchung aller gefährdeten Personen sicherzustellen.

 

Weitergehende Informationen finden Sie über die Homepage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung BzgA unter  www.infektionsschutz.de/Erregersteckbriefe/Tuberkulose

Für zusätzliche Auskünfte steht Ihnen auch Ihr  Gesundheitsamt gerne zur Verfügung.