Unser Dorf hat Zukunft

Unser Dorf hat Zukunft

Der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ist die bundesweit größte Bürgerinitiative, die in den letzten fünfzig Jahren zu einem wichtigen Motor der Dorf- und Ortsentwicklung geworden ist. Er bietet Bürgern die Möglichkeit, unmittelbar an der Entwicklung ihres Lebensumfeldes in ihrer Gemeinde teilzuhaben.

Es gilt, die Zukunft der Orte selbst in die Hand zu nehmen, die Ortsgemeinschaft mit Vereinen, Institutionen und engagierten Bürgerinnen und Bürgern zu stärken und gemeinsam weiterzuentwickeln. Im Vordergrund des Wettbewerbes steht das Herausarbeiten von individuellen Stärken sowie die Präsentation von konkreten Projekten. Ebenso sollen aber auch die Schwächen identifiziert und thematisiert werden.

Der Wettbewerb findet alle drei Jahre auf der Ebene des Regionalverbandes statt, bevor sich der Sieger auf Landesebene stellen muss. Die jeweiligen Landessieger können dann beim Bundeswettbewerb an den Start gehen.

Aufruf zur Wettbewerbsteilnahme 2017

In diesem Jahr wird, bereits zum 26. Mal, eine ausgewählte Bewertungskommission die diesjährigen Teilnehmerdörfer im Regionalverband bereisen, welche alle eine Einwohnerzahl von unter  3.000 und einen vorwiegend ländlichen Charakter aufweisen müssen. Anmeldungen zum 26. Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ müssen den Regionalverband Saarbrücken bis einschließlich 31. Mai 2017 erreichen. Die Bereisung ist für Ende Juni geplant.

Die Bewertung wird durch eine unabhängige Kommission vorgenommen. Sie setzt sich zusammen aus politischen Vertreterinnen und Vertreter aus der Regionalversammlung sowie Expertinnen und Experten der Regionalverbandsverwaltung sowie externer Fachberaterinnen und –berater. Die Kommission orientiert sich an den vier Fachbewertungsbereichen, dem Gesamtbild sowie an klar definierten Leitfragen (unter „Informationen zum Wettbewerb als PDF“) zu den einzelnen Bereichen.

Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen

Ein aktiv umgesetztes Leitbild für die Zukunft des Dorfes sollte Ausgangspunkt für Entwicklungsstrategien - Ideen, Konzepte und Planungen sein. Bei der Entwicklung von Zukunftsperspektiven soll sich die Dorfgemeinschaft auch mit den unterschiedlichen Auswirkungen des demografischen Wandels im Dorf sowie mit Möglichkeiten des Zusammenwirkens mit anderen Ortsteilen sowie überörtliche Kooperationen auseinandersetzen.Eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung ist die Grundlage für prosperierende Dörfer. Bewertet werden Initiativen der Dorfgemeinschaft, der örtlichen Unternehmer sowie der Gemeinde zur Erschließung und Nutzung von Erwerbspotenzialen. Hier sind insbesondere Aktivitäten von Bedeutung, mit denen unternehmerische Eigeninitiativen unterstützt, die Nahversorgung gesichert sowie energetische Konzepte und Maßnahmen zur nachhaltigen Energieversorgung als Beitrag zur Energiewende umgesetzt werden.

Soziale und kulturelle Aktivitäten

Soziale, kulturelle, ökologische und sportliche Aktivitäten, die das Gemeinschaftsleben fördern, werden bewertet. Beispielhaft stehen hierfür das Vereinsleben, soziale, kirchliche und kommunale Projekte, Selbsthilfeleistungen, Gemeinschaftsaktionen, interkulturelle und generationenübergreifende Aktivitäten sowie Initiativen, die den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft und die Integration von Neubürgern unterstützen.

Baugestaltung und Siedlungsentwicklung

Baugestaltung und Siedlungsentwicklung sowie ein raumsparendes Flächenmanagement sind wesentliche Elemente einer zukunftsorientierten Dorfentwicklung. Gefragt sind Initiativen zur Erhaltung, Pflege und Entwicklung der ortsbildprägenden Bausubstanz. Unter Beachtung der regional- und ortstypischen Bauformen und -materialien sollen traditionelle und moderne Elemente sinnvoll verzahnt werden. Auch Projekte zur Um- und Nachnutzung von Gebäuden sowie die Gestaltung der privaten und öffentlichen Frei- und Verkehrsflächen tragen zum äußeren Erscheinungsbild des Dorfes bei. Die Innenentwicklung sollte Vorrang vor der Ausweisung neuer Baugebiete haben und Baugebiete in Abstimmung mit den Nachbarorten und unter Berücksichtigung des historischen Orts- und Landschaftscharakters geplant sein.

Grüngestaltung und das Dorf in der Landschaft

Das regionaltypische Ortsbild sowie Wohn- und Lebensqualität werden vom Grün und der Gartenkultur im Dorf geprägt. Durch Initiativen zur ortstypischen Begrünung soll der öffentliche und private Bereich lebendig gestaltet werden. Wichtig für das Landschaftsbild und den Naturhaushalt sind zudem die Vernetzung mit der umgebenden Landschaft sowie die Bewahrung und Entwicklung naturnaher Lebensräume. Viel kann getan werden für die Gestaltung des Ortsrandes und die landschaftliche Einbindung von Gebäuden im Außenbereich, wenn das Verständnis der Dorfbewohner für die Natur sowie die Erhaltung und Pflege charakteristischer Landschaftsbestandteile und historischer Kulturlandschaftselemente vorhanden ist. Dabei ist besonders Wert darauf zu legen, die biologische Vielfalt zu erhalten und zu entwickeln. Auch vor dem Hintergrund des Klimawandels und der Extremwetterereignisse sind dem vorbeugenden Anlegen von schützenden Flurelementen (z. B. Flurgehölze) und der Renaturierung von Fließgewässern, der nachhaltigen Landbewirtschaftung, dem Bodenschutz, dem Arten- und Biotopschutz sowie dem Erhalt der Moorstandorte besondere Bedeutung beizumessen. Wesentlich ist dabei die aktive Mitwirkung der Bevölkerung, insbesondere die Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen.

Gesamtbild

Zusätzlich zu den Fachbewertungsbereichen werden der Gesamteindruck und das Engagement der Dorfgemeinschaft hinsichtlich Inhalt und Ziel des Wettbewerbs beurteilt. Ausschlaggebend für die Differenzierung der Bewertung sind die Aktivitäten der Bürgerinnen und Bürger für die Zukunftsfähigkeit ihres Dorfes. Bei der ganzheitlichen Entwicklung wird auch berücksichtigt, wie die vier Fachbewertungsbereiche miteinander ver-knüpft sind. Letztlich gehen gestalterische Gesichtspunkte in die Beurteilung ein, um den unverwechselbaren Dorf- und Landschaftscharakter zu erhalten.

Platzierungen im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden / Unser Dorf hat Zukunft (ab 2005)“ – Entscheid auf Ebene des Stadtverbandes/Regionalverbandes Saarbrücken

1996

1. Etzenhofen
2. Niedersalbach
3. Herchenbach

1999

1. Herchenbach
2. Niedersalbach
2. Auersmacher
3. Hilschbach

2002

1. Karlsbrunn
2. Obersalbach
3. Auersmacher

2005

1. Obersalbach
2. Auersmacher
3. Walpershofen 

2008

1. Auersmacher
2. Obersalbach
3. St. Nikolaus

2011

1. St. Nikolaus
2. Ludweiler
3. Hermann-Röchling-Höhe

2015

1. Walpershofen
2. Auersmacher
3. Eiweiler