Leslie Huppert erhält den Kulturpreis 2014 für Kunst des Regionalverbandes

Die saarländische Künstlerin Leslie Huppert hat den Kulturpreis für Kunst 2014 des Regionalverbandes Saarbrücken erhalten. Der mit 2.000 Euro dotierte Preis wurde im Rahmen eines Kunst-Dialoges mit der Preisträgerin im Schlosskeller des Saarbrücker Schlosses übergeben. So wurde dem interessierten Publikum zugleich auch das Werk der 54-jährigen bildenden Künstlerin, die in Riegelsberg, Saarbrücken und Berlin lebt und arbeitet, vorgestellt.

Die Jury unter Vorsitz des Ehrenamtlichen Beigeordneten Karlheinz Wiesen betont in ihrem Votum ebenfalls den Aspekt der engagierten Kunst: „„Durch ihre künstlerische Arbeit liefert sie in unserer Region ein überzeugendes Beispiel, wie engagierte Künstlerinnen und Künstler gesellschaftsrelevante Prozesse aktiv unterstützen können. Die auf moderne Medien zugeschnittenen Projekte von Leslie Huppert kommen schließlich auch einem bildungspolitischen Anliegen nach. Nicht zuletzt sprechen sie in besonderem Maße junge Menschen an.“

Unter dem Titel „Der perfekte (T)raum“ gestaltete Huppert 2013 mit sieben Häftlingen die Innenräume der Justizvollzugsanstalt. In diesem Jahr folgte ein zweites Projekt mit dem Titel, „Balance“, gemeinsam mit fünf weiteren Häftlingen. In Zusammenarbeit mit den Strafgefangenen eröffnete sie so in einer eigentlich kunstfremden Situation eine „kulturelle Brücke“ zu Lebenssituationen und Vorstellungen der beteiligten Häftlinge.

Gemeinsam mit der Videokünstlerin Claudia Brieske appellierte die Künstlerin von 2012 bis 2014 im Rahmen eines internationalen Video-Installationsprojektes mit dem Titel „Virtual Borders“ daran, dass Grenzen immer wandelbar sind, da sie von Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen definiert und wieder verändert werden.

Es wurden insgesamt zehn Bewerbungen auf den Kulturpreis für Kunst 2014 eingereicht. Alle vorgeschlagenen Bewerbungen haben auf individuelle Art und Weise auf das Schwerpunktthema „Engagierte Kunst“ reagiert.

 Votum der Jury und Begründung der Preisverleihung (PDF 880 KB)

Folgeprojekte nach der Preisverleihung

Im Dialog mit dem KulturOrt Wintringer kapelle hat die Preisträgerin Leslie Huppert sich mit dem Thema Migration und der Integration von Menschen, die auf der Flucht sind, künstlerisch auseinander gesetzt. Unter dem Titel „Il fait froid“ hat Huppert eine etwa acht Meter lange Papierrolle bemalt. Das so entstandene Werk passt somit bestens zum KulturOrt Wintringer Kapelle, der sich auch als Ort für Gegenwartskunst und für künstlerische Diskurse versteht.

 Dokumentation der Arbeit "Il fait froid" im KulturOrt Wintringer Kapelle (PDF 1,5 MB)

Leslie Huppert hat -  ausgehend von ihrem Werk am KulturOrt Wintringer Kapelle - begonnen Menschen die auf der Flucht in der Region Saarbrücken angekommen sind in ihr Atelier einzuladen um mit Ihnen künstlerisch zu arbeiten. Dabei sind wunderbare Arbeiten und vor allem Begegnung und Austausch entstanden. Die Ergebnisse werden Ende des Jahres zu sehen sein. Der Regionalverband ist hier Impulsgeber und Kooperationspartner.