Projekte des Regionalverbandes

Es gibt viele Handlungsfelder, in denen es sich lohnt, grenzüberschreitend zu denken und zu agieren – ob in der Kultur, im Tourismus, in der Wirtschaftsförderung oder in der Landschaftsplanung.

„Vor 100 Jahren: Der Krieg, Europa und wir“

Am 11. November 2018 jährte sich das Ende des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal. Der Regionalverband Saarbrücken hat an diesem Tag anhand eines abwechslungsreichen deutsch-französischen Programms aus Workshops, Vorträgen, Ausstellungen, Theater und Musik an das historisch bedeutsame Datum erinnert. Unter dem Titel „Vor 100 Jahren: Der Krieg, Europa und wir“ fand eine Bürgerveranstaltung rund um drei Zeitachsen statt: Der 1. Weltkrieg in unserer Region, Folgen für den Prozess der europäischen Einigung sowie aktuelle Herausforderungen und Visionen für Europa. Dabei sollte generationenübergreifend vermittelt werden, warum es sich lohnt, sich für die europäischen Werte einzusetzen.

 „Ich bin Europäer“

Wie haben sich die Kriege auf die Grenzregion ausgewirkt? Was sind Ihre Erwartungen und Wünsche für Europa? Zur offiziellen Eröffnung der Bürgerveranstaltung hatte der Regionalverband einen kurzen Film drehen lassen, in dem diese Fragen an drei Generationen gestellt wurden:

Grußworte von Landtagspräsident Stephan Toscani
Festrede von Europa-Staatsminister Michael Roth
Festrede von Europa-Staatsminister Michael Roth
 

Stimmen und Eindrücke vom Bürgerfest

Waffen können Blumen schießen

Wie nähert man sich so schwierigen Themen wie Krieg und Frieden, die global noch nicht gelöst sind, mit Kindern auf eine adäquate und ihnen gerechte Weise an und macht ihnen Mut zu einer positiven, kreativen Denkweise? Gemeinsam mit der Lernwerkstatt für Ästhetische Bildung der HBK Saar hatte der Regionalverband das Projekt "Waffen können Blumen schießen" der Kunstpädagogen Rudolph und Marielle Seitz für die Veranstaltung aufgegriffen und die Idee der künstlerischen Umgestaltung von Waffen zu einem Kunstobjekt mit Hilfe der Fantasie und Kreativität der Kinder in Form eines friedenspädagogischen Workshops angepasst. Das Saarbrücker Schlossgespenst, das schon viele Kriege miterlebt hat, fungierte als „Patin“ der Aktion und bat die Kinder bereits im Vorfeld, ihm Spielzeugwaffen, die sie nicht mehr brauchen, zu schenken. Am 11. November animierte das Gespenst die Kinder dazu, sich aus dem entstandenen „Waffenberg“ ein Objekt auszusuchen, und dieses mit Hilfe vielfältiger zur Verfügung stehender Materialien umzugestalten. Eine Waffe wurde so zu einem funktionalen Gegenstand wie z.B. einer Konfettimaschine für Karneval oder zu einem interessanten Kunstobjekt. Die umgestalteten Spielzeugwaffen wurden nach der Veranstaltung zunächst im Schloss ausgestellt und erinnerten danach in Form einer Wanderausstellung an die Aktion zum Kriegsende.

Im Nachklang der Bürgerveranstaltung, am 15. November, verabschiedete die Regionalversammlung eine Resolution, in der sich alle Beteiligten einstimmig zur deutsch-französischen Zusammenarbeit als Grundlage eines friedlichen und freundschaftlichen Miteinanders beider Nationen bekannten.

Die Resolution in deutscher und französischer Sprache zum Nachlesen:

Angesichts des 100. Jahrestages des Endes des Ersten Weltkrieges erneuert die Regionalversammlung ihr Bekenntnis zur deutsch-französischen Zusammenarbeit als Grundlage eines friedlichen und freundschaftlichen Miteinanders beider Nationen.

Zum Beginn des 20. Jahrhunderts hatten Nationalismus und Imperialismus zum bis dahin mörderischsten Krieg der Geschichte geführt. 17 Millionen Menschen verloren ihr Leben, darunter mehr als drei Millionen Deutsche und Franzosen. Das Ende des Krieges führte nicht zum friedlichen Nebeneinander der beiden großen europäischen Nationen. Deutsches Revanche- und französisches Sicherheitsdenken hielten die Spannungen am Leben. Mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus in Deutschland war der Weg in den nächsten, noch zerstörerischen Krieg vorgezeichnet. Erst der Elysée-Vertrag des Jahres 1963 ließ die verfeindeten Nachbarn einander näherkommen und schließlich zu Freunden werden. 

Kerngedanke des Vertrages war die deutsch-französische Zusammenarbeit als Pfeiler eines nachhaltigen Friedenwerks. Der Vertrag verpflichtet beide Regierungen zu Konsultationen in allen wichtigen Fragen der Außen-, Sicherheits-, Jugend- und Kulturpolitik. Er führte darüber hinaus auch zu zahlreichen deutsch-französischen Kontakten auf regionaler und kommunaler Ebene.

Das Saarland, das als deutsch-französischer Zankapfel aus dem 1. Weltkrieg hervorgegangen war, öffnete sich seiner neuen Rolle einer Brückenfunktion zwischen beiden Nationen.

So spielt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Region Saarbrücken traditionell eine besondere Rolle. Die Menschen verbindet mehr als regionale Nachbarschaft. Es ist die kulturelle Identität, die die Region unverwechselbar macht. Der Regionalverband Saarbrücken ist Mitglied im Eurodistrict SaarMoselle, einem 2010 gegründeten Paradebeispiel grenzüberschreitender Zusammenarbeit im Herzen Europas. Gemeinsam mit französischen Gemeindeverbänden der Region widmet er sich vielfältigen Projekten, die allesamt einem Ziel dienen: Dem Aufbau einer grenzüberschreitenden Agglomeration, die den Herausforderungen des Strukturwandels und den alltäglichen Problemen der 650.000 Einwohner im Grenzraum besser begegnen kann. Abseits der „großen“ Politik ist hier über Jahre hinweg echtes europäisches Denken und Handeln gewachsen.

Auf dem Weg zu einem gemeinsamen Europa fungieren die Grenzregionen als Modell- und Experimentierräume für das Zusammenwachsen. Es gilt die deutsch-französische Zusammenarbeit für die Bewohner der Grenzregion konkreter und übersichtlicher zu machen und noch bestehende Hemmnisse für die Entwicklung einer grenzüberschreitenden Agglomeration auszuräumen. 

Der Regionalverband Saarbrücken als deutscher Partner innerhalb des Eurodistrict SaarMoselle betont folgende Ziele:

- die Einbeziehung/Partizipation der Bürger als permanenter Prozess

- die Erhöhung der Sichtbarkeit und Identifikation mit dem Eurodistrict

- die Fokussierung auf Schlüsselthemen und -projekte, die einen konkreten Mehrwert für die Bürger bedeuten

- die Zukunftsfähige, strukturelle Weiterentwicklung des Eurodistricts 

- die Bündelung der Potenziale seiner Städte und Gemeinden zur Erzeugung gemeinsamer Synergien 

- das Aufgreifen regional bedeutsamer Themen und deren Entwicklung in konkrete Projekten, die den Zielen des Eurodistricts entsprechen.

Die Region Saarbrücken zeichnet sich durch eine Fülle grenzüberschreitender Kooperationen und Aktivitäten aus, die vom Regionalverband, den Städten und Gemeinden, von Vereinen, privaten Initiativen, aber auch Einzelpersonen mit großem Engagement getragen werden. Jede Kommune soll dabei von den Stärken der anderen profitieren. Insbesondere sollen auch grenzfernere Gemeinden in diese Zusammenarbeit eingebunden werden.

Dabei kommt es darauf an, Akteure über die Grenze hinweg zusammenzubringen und Entwicklungsperspektiven aufzubauen. Dazu gehört auch, aktiv Impulse in die anstehende Erarbeitung der Strategie 2021-27 des Eurodistricts einzubringen. 

Die Regionalversammlung betont, dass die Gestaltung des grenzüberschreitenden Lebensraumes zu den vorrangigen und zukunftsweisenden Aufgaben des Regionalverbands Saarbrücken gehört. Mit der grenzübergreifenden Zusammenarbeit im Herzen Europas betonen der Regionalverband und die Partner im Eurodistrict ihr Engagement gegen Hass und Populismus zur Sicherung des Friedens für die Menschen in Europa.

A l’occasion du centenaire de la fin de la Première guerre mondiale, l’assemblée du Regionalverband de Sarrebruck réaffirme son attachement à la coopération franco-allemande et sa conviction profonde que cette dernière constitue le fondement de la coexistence pacifique et de l’amitié entre les deux nations.

Au début du XXe siècle, le nationalisme et l’impérialisme ont causé la guerre la plus meurtrière que l’on ait connue jusqu’alors. Elle a fait 17 millions de morts, dont plus de trois millions d’Allemands et de Français. La fin de ce conflit n’a pas été suivie d’une période de cohabitation pacifique entre les deux grandes nations européennes. Au contraire, la soif de revanche en Allemagne et l’idéologie sécuritaire en France ont maintenu les tensions entre nos deux pays. L’avènement du national-socialisme en Allemagne ne pouvait que mener à une autre guerre, qui devait être encore plus destructrice. Ce n’est qu’en 1963, avec le Traité de l’Elysée, que nos deux pays, voisins et ennemis, ont fini par se rapprocher pour devenir amis. 

L’idée maîtresse de ce traité est que la coopération franco-allemande constitue le pilier d’une œuvre de paix durable. Il engage les deux gouvernements à se consulter dans toutes les questions importantes touchant à la politique étrangère, à la sécurité, aux affaires culturelles et à la jeunesse. En outre, il a été à l’origine de nombreuses relations franco-allemandes à l’échelle régionale et communale.

La Sarre, qui était ressortie de la Première guerre mondiale comme la pomme de discorde entre la France et l’Allemagne, s’est alors ouverte à son nouveau rôle de trait d’union entre les deux nations.

La coopération transfrontalière jouit donc d’une importance particulière dans la région de Sarrebruck. Les liens entre les populations vont au-delà du simple voisinage. Ils sont assis sur une identité culturelle qui donne un caractère unique à notre région. Le Regionalverband de Sarrebruck est membre de l‘Eurodistrict SaarMoselle, un organisme de coopération transfrontalière de caractère exemplaire au cœur de l’Europe, fondé en 2010. Avec les intercommunalités françaises voisines, il se consacre à des projets divers qui n’ont tous qu’un seul objectif : la construction d’une agglomération transfrontalière capable de relever les défis liés aux mutations économiques et de mieux remédier aux problèmes rencontrés au quotidien par les 650.000 habitants de l’espace frontalier.  En marge de la « grande politique »,  notre espace a développé un esprit et des modes d’action véritablement européens.

Sur la voie menant vers une Europe commune, les régions frontalières jouent le rôle d’espaces pilotes et de laboratoires de l’intégration. L’enjeu est de rendre la coopération franco-allemande plus lisible et plus concrète pour les habitants de notre région frontalière et d’éliminer les obstacles qui s’opposent encore au développement d’une agglomération transfrontalière.

En tant que partenaire allemand au sein de l‘Eurodistrict SaarMoselle, le Regionalverband de Sarrebruck met l’accent sur les objectifs suivants :

- l’implication et la participation des citoyens en tant que processus permanent ;

- l’augmentation de la visibilité de l’Eurodistrict et de l’identification avec ce dernier ;

- la concentration sur des thématiques et des projets-clés qui apportent une plus-value concrète pour les citoyens ;

- le développement structurel de l’Eurodistrict pour assurer l‘avenir ;

- la mutualisation des potentiels de ses villes et communes en vue de développer des synergies en commun ;

- l’investissement de thématiques importantes pour la région et leur déclinaison en projets concrets qui correspondent aux objectifs de l‘Eurodistrict.

Le territoire du Regionalverband de Sarrebruck se distingue par une grande variété de coopérations et d’activités transfrontalières portées avec beaucoup de conviction par le Regionalverband lui-même ainsi que par les communes, des associations, des initiatives privées, mais également par des particuliers. Chaque commune doit pouvoir bénéficier des forces des autres et il convient notamment d’associer à ces coopérations les communes plus éloignées de la frontière.

L’enjeu est de réunir les différents acteurs de part et d’autre de la frontière et de construire des perspectives de développement. Ce qui implique entre autres de contribuer activement à l’élaboration prochaine de la Stratégie 2021-27 de l’Eurodistrict. 

L’assemblée du Regionalverband souligne que le développement du bassin de vie transfrontalier fait partie des missions prioritaires et structurantes du Regionalverband de Sarrebruck. Par leur coopération transfrontalière au cœur de l’Europe, le Regionalverband et ses partenaires au sein de l’Eurodistrict affirment leur opposition à la haine et au populisme et leur engagement en faveur de la paix pour les populations de l’Europe.

Regionalverbandsdirektor Peter Gillo

Stephan Toscani (Landtagspräsident)

Generalkonsulin Catherine Robinet

Theater GrandeWelt

DRK Suppenküche

Helmut Eisel & JEM

Ludwigsgymnasium Saarbrücken / Lycée Jean de Pange Sarreguemines

Musikzug Reservistenmusikzug Saarland

Mit freundlicher Unterstützung:


Landmarken in der Region SaarMoselle

Im Regionalverband Saarbrücken finden sich zahlreiche Bauten, die aufgrund ihrer Fernwirkung ein „Dachgeschoss” der Region bilden. Beispiele hierfür sind der Wasserturm Holz in Heusweiler, der Förderturm der Grube Göttelborn in der Gemeinde Quierschied oder der Schwarzenbergturm in Saarbrücken. Derart weitgespannte Sichtverbindungen bis nach Frankreich könnten bei entsprechender Inszenierung einen speziellen Reiz und eine besondere Qualität für die gesamte Region ausmachen.

Grundlage für die Projektidee ist eine im Jahr 2013 für den Eurodistrict erarbeitete Studie mit dem Titel „Landmarken im Eurodistrict SaarMoselle“. Ziel des Projektes ist die moderne, interaktive und symbolträchtige Inwertsetzung und Vernetzung von ausgewählten Landmarken in der Region.

Die zweisprachige Broschüre "Landmarken in der Region SaarMoselle" wurde im September 2018 offiziell vorgestellt. Diese kann  HIER heruntergeladen werden und ist in der Tourist Info Saarbrücker Schloss in gedruckter Form erhältlich.


Weitere Info / Kontakt:
Dr. Katharina Smola
Regionalverband Saarbrücken
Tel. 0681 506 6081
 E-Mail schreiben


Abstimmung in der Raumplanung: Konsultation Einzelhandel

Das Aktionsprogramm zur „Territorialen Strategie SaarMoselle 2020“ sieht unter anderem auch vor die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Raum- und Stadtplanung zu fördern. Im Rahmen dieser Strategie sind im Jahr 2016 Vertreter der interkommunalen Planungsverbände der Region (Regionalverband Saarbrücken als Projektträger, ScoT-Verbände Val de Rosselle und Sarreguemines) und die Landeshauptstadt Saarbrücken als Oberzentrum zusammengekommen, über Aufgaben, Ziele, fachliche Grundlagen und rechtliche Rahmenbedingungen einer grenzüberschreitenden Raumplanung zu beraten. Die Akteure im Eurodistrict SaarMoselle verfügen über ausgearbeitete strategische Pläne und Planungsdokumente. Darüber hinaus gibt es Gemeinde- und Stadtentwicklungskonzepte sowie andere informelle Planungen zu verschiedenen Themen der Raumplanung. Teilweise betrachten die Planungen auch die grenzüberschreitende Region. An den Planungen werden zum Teil auch die deutschen und französischen Nachbarkommunen, Planungsverbände und Bürger unbürokratisch beteiligt. Form und Inhalt der Beteiligung wird allerdings methodisch, inhaltlich und organisatorisch oft unterschiedlich gehandhabt. Aktuell fehlt es demnach noch an einer vertieften Kenntnis, wie diesseits und jenseits der Grenze methodisch Entscheidungen konkret vorbereitet werden, z.B. bei der Ansiedlung großflächigen Einzelhandels. Dies erschwert eine grenzüberschreitende klare Abstimmung. Diese Defizite sollen nun im Bereich großflächiger Einzelhandelseinrichtungen festgestellt und behoben werden. Auf dieses Einstiegsthema haben sich die deutschen und französischen Projektpartner geeinigt, um die Konsultation und Kommunikation untereinander grenzüberschreitend möglichst frühzeitig zu regeln und um die Planungsmethoden in einer dauerhaften Kooperation abzustimmen.

Bei der Entwicklung und Durchführung von grenzüberschreitenden Projekten arbeitet das Team Grenzüberschreitende Kooperation eng mit dem Team Kultur und dem Team Tourismus zusammen.