Kaufpreissammlung

Die Führung der Kaufpreissammlung ist neben der Erstellung von Verkehrswertgutachten eine weitere wesentliche  Aufgabe eines jeden Gutachterausschusses und erfolgt durch dessen Geschäftsstelle. Sie ist eine Sammlung der Kaufpreise aller Grundstücksübertragungsverträge, die im jeweiligen Zuständigkeitsbereich eines Gutachterausschusses abgeschlossen werden und gibt dem Gutachterausschuss eine Übersicht der Grundstücksmarktlage. Zur Führung einer Kaufpreissammlung nach § 195 Baugesetzbuch wird jeder zum Zwecke der Grundstücksübertragung geschlossene Vertrag (z. B. Kauf, Schenkung, Tausch, Übertragung) von der beurkundenden Stelle (Notar) dem Gutachterausschuss in Abschrift übersandt. Anhand dieser anonymisiert erfassten Datenbasis, kann der Gutachterausschuss wiederum wichtige zur Wertermittlung erforderliche Daten ableiten und schafft somit mehr Transparenz auf dem regionalen Grundstücksmarkt.

Die Führung der Kaufpreissammlung unterliegt strengen Datenschutzbestimmungen.

Oftmals können den Kaufverträgen jedoch nicht die eigentlichen Wertmerkmale entnommen werden, die zu einer fachlichen Auswertung jedoch von Nöten sind. Die Inhalte der Kaufverträge müssen daher von der Geschäftsstelle um weitere notwendige wertbeeinflussende Daten (z. B. Wohnfläche, Baujahr, Ausstattung und Mieten) ergänzt werden. Hierzu ist der Gutachterausschuss auf die Unterstützung der Grundstückseigentümer bzw. Erwerber angewiesen. Zu diesem Zweck versendet der Gutachterausschuss Fragebögen zur zusätzlichen Datenerhebung.

Für marktgängige bebaute Objektgruppen (z. B. Ein- und Zweifamilienhäuser, Eigentumswohnungen) werden mittels der Kaufpreissammlung eine für die Wertermittlungen ausreichende Anzahl von Kauffällen vertieft ausgewertet, wobei diese nach Absprache mit den Eigentümern vor Ort besichtigt werden.

Auskünfte aus der Kaufpreissammlung

Nach § 13  Gutachterausschussverordnung (Auszug, September 2009)

(1) Behörden und öffentliche Stellen sowie öffentlich bestellten und vereidigten oder gerichtlich bestellten oder nach DIN EN ISO/TEC 17024 zertifizierten Sachverständigen sind im Einzelfall auf schriftlichen Antrag Auskünfte aus der Kaufpreissammlung zu erteilen. Die Auskünfte dürfen nur Grundstücksbezogen erteilt werden. Die Namen und die Anschrift des Eigentümers dürfen nicht mitgeteilt werden. Der Empfänger darf die übermittelten Daten nur für den Zweck verwenden, zu dessen Erfüllung sie ihm übermittelt werden.
(2) Andere Stellen und Personen sind nach Maßgabe des Absatzes 1 nur solche Auskünfte zu erteilen, die Rückschlüsse auf den Eigentümer nicht ermöglichen (= anonymisierte Auskunft).