Schuldnerberatung

Ver- und Überschuldung entsteht durch eine Vielzahl zusammenwirkender kritischer Lebensereignisse. Generell stellt sich die Schuldnerberatung die Aufgabe, Ratsuchende zu befähigen, in Zukunft ihre wirtschaftlichen Angelegenheiten wieder selbst zu regeln und eine erneute Gefährdung der Existenz zu vermeiden.

Dazu kann es notwendig sein, zunächst die Grundlage dafür zu schaffen, dass der Hilfesuchende überhaupt wieder ausreichende Mittel für die Lebensführung zur Verfügung hat. Des Weiteren besteht evtl. die Notwendigkeit, den Hilfesuchenden zunächst soweit zu motivieren, dass er einen Sinn darin sieht, die Verschuldungsproblematik überhaupt anzugehen.

Wer kann sich an uns wenden?

Es können sich alle Familien und Einzelpersonen an uns wenden, die aufgrund ihrer Einkommenssituation nicht mehr in der Lage sind, ihren monatlichen Verpflichtungen sowie bestehenden Schuldverpflichtungen nachzukommen.

Wie kann die Hilfe beantragt werden?

Bitte nehmen Sie telefonisch zu uns Kontakt auf und vereinbaren Sie einen Termin mit uns. Daraufhin findet ein ausführliches Beratungsgespräch statt, in dem wir uns gemeinsam mit Ihnen einen Überblick über Ihre Lebens- und Verschuldungssituation verschaffen. Nach Kontaktaufnahme mit den Gläubigern und Kenntnis der konkreten Verschuldungssituation werden wir gemeinsam mit Ihnen Lösungsmöglichkeiten erarbeiten.

Bitte bringen Sie zum Erstgespräch unbedingt folgende Unterlagen mit:

  • eine Übersicht über Ein- und Ausgaben
  • ein aktueller Einkommensnachweis
  • Unterlagen über alle offenen Schuldverhältnisse

Insolvenzberatung

Seit dem 01.01.1999 hat der Gesetzgeber die Möglichkeit geschaffen, dass Menschen, die wegen der Höhe ihrer Überschuldung in Relation zu ihrem Einkommen/Vermögen keine Chance hatten, diese Überschuldung jemals wieder zu überwinden, wieder ein schuldenfreies Leben führen können. Eine Privatperson kann jetzt ein Verfahren nutzen, das in seinen Grundzügen denen eines Firmenkonkursverfahrens gleicht. 

Die Verfahrensdauer beträgt grundsätzlich sechs Jahre. Abweichend davon greift seit der Gesetzesänderung zum 01.07.2014 unter bestimmten Umständen eine Verkürzung der Verfahrensdauer auf drei bzw. fünf Jahre.

Damit die Verfahrensdauer auf Antrag auf drei Jahre verkürzt werden kann, muss der Schuldner 35 Prozent seiner Gesamtverbindlichkeiten befriedigen können und in dieser Zeit die Kosten des Verfahrens nach § 2 bzw. § 14 der "Insolvenzrechtlichen Vergütungsordnung" (InsVV) aufbringen. Die Verkürzung auf fünf Jahre kann beantragt werden, wenn der Schuldner in der Lage ist in diesen fünf Jahren die Kosten des Verfahrens aufzubringen. In den übrigen Fällen bleibt es, wie ausgeführt, bei der sechsjährigen Verfahrensdauer.

Wem können wir helfen?

Nach der Gesetzeslage hat Zugang zu diesem Verfahren der zahlungsunfähige und redliche Schuldner.

Zahlungsunfähigkeit liegt dann vor, wenn nach der Bedienung der Forderungen Ihnen keine ausreichenden Mittel mehr zur Verfügung stehen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten.

Redlichkeit liegt vor, wenn Sie bei Eingehen der Verbindlichkeiten zunächst auch in der Lage waren, diese zu bedienen und Sie dann durch Umstände, die Sie nicht vorhersehen konnten, zahlungsunfähig wurden.

Wie kann die Hilfe beantragt werden?

Bitte vereinbaren Sie einen Termin mit uns. Daraufhin findet ein ausführliches Beratungsgespräch statt, in dem wir uns gemeinsam mit Ihnen einen Überblick über Ihre Lebens- und Verschuldungssituation verschaffen.

Das Insolvenzverfahren gliedert sich dann in drei Verfahrensabschnitte:

  • das außergerichtliche Vergleichsverfahren
  • das gerichtliche Vergleichsverfahren
  • das Restschuldbefreiungsverfahren (Wohlverhaltensperiode mit anschließender Restschuldbefreiung)

Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt darauf, Sie bei dem Versuch der außergerichtlichen Einigung zu unterstützen.

Während des laufenden Verfahrens werden Sie durch uns begleitet und können sich bei Fragen weiterhin an die Beratungsstelle wenden.

Beim Scheitern des außergerichtlichen Vergleichs stellen wir eine Bescheinigung über das Scheitern aus. Diese Bescheinigung ist eine Voraussetzung für das weitere Verfahren. Auf ihren Wunsch hin findet eine Begleitung Ihrerseits im gerichtlichen Verfahren durch die Beratungsstelle statt.

Bitte bringen Sie zum Erstgespräch unbedingt folgende Unterlagen mit:

  • eine Übersicht über Ein- und Ausgaben,
  • ein aktueller Einkommensnachweis,
  • Unterlagen über alle offenen Schuldverhältnisse.