Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in den Sportvereinen

Hohe Beteiligung an der Befragung verweist auf ein großes Interesse der Sportvereine im Stadtverband Saarbrücken am Thema „Migration und Sport“

Im Rahmen der „Fan WM 2006“ beauftragte der Stadtverband Herrn Prof. Dr. Filsinger, Rektor der Katholischen Hochschule für Soziale Arbeit, mit der Durchführung einer Studie zum Thema „Migration und Sport“. Ziel war u.a. herauszufinden, wie hoch der Anteil von jungen Migranten/innen im Sport ist, welche Sportarten besonders bevorzugt werden, woher die Jugendlichen kommen und wie die Mitgliederwerbung der Vereine aussieht. „Als Träger der offenen Jugendarbeit, die mit vielfältigen Problemlagen jugendlicher Migrant/innen befasst ist, suchen wir die Zusammenarbeit mit den Sportvereinen. Die Ergebnisse der Studie sind für uns deshalb wichtig, um Wege zu finden, sowohl die Vereine in ihrem Bemühungen zu unterstützen als auch die Integration junger Migrant/innen an dieser Stelle zu fördern.“, so Stadtverbandspräsident Michael Burkert.

Ingesamt nahmen über 100 Vereine an der Befragung teil. Viele Vereinsmitarbeiter/innen und Jugendliche stellten sich zusätzlich für Interviews und Gruppendiskussionen zur Verfügung.

Die Ergebnisse belegen ein hohes Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen in den Sportvereinen. Herr Prof. Dr. Filsinger und sein Team stellen fest, dass junge Migranten/innen sehr sportbegeistert sind und sich in einer großen Zahl im Verein aktiv einbinden. Hierbei sind weibliche Migrantinnen weniger stark vertreten als männliche Migranten. Besonders beliebt sind Schwimmen, Basketball, Tanzen und Fußball.

Die bereits bestehende kulturelle Vielfalt in den Sportvereinen im Stadtverband ist, laut den Ergebnissen der Studie, noch ausbaubar. An dieser Stelle sei nur auf die wichtigsten Bereiche hingewiesen: Bisher haben nur sehr wenige Vereinsmitarbeiter/innen an einer Fortbildung zum Thema „Migration und Sport“ teilgenommen. Nur wenige Vereine arbeiten mit Einrichtungen zusammen, welche sich speziell um die Belange von Migranten/innen kümmern.

„Viele junge Migranten sind in den Sportvereinen aktiv und integriert. Wollen die Vereine diese positive Richtung verstärken und sich noch mehr um die Bedarfe und gezielte Werbung der jungen Migranten kümmern, dann sollte man ihnen professionelle Unterstützung und Beratung anbieten“, so das erste Fazit von Prof. Dr. Filsinger.

Die Studie wird unterstützt durch den Landessportverband für das Saarland. Das Projekt „FanWM2006 – Die Welt ist hier!“ wird gefördert durch das Aktionsprogramm „entimon – gemeinsam gegen Gewalt und Rechtsextremismus“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und die RWE Jugendstiftung.

Die detaillierten Ergebnisse werden am 06.07.2006 von 18.00 -21.00 Uhr im VHS Zentrum Saarbrücken präsentiert und diskutiert.





erstellt am 28.06.2006