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„Jugend, Familie und Sucht“
Michael Burkert für Vernetzung von Familien- und Suchthilfe

Eine Kooperation und eine Vernetzung der Angebote der Einrichtungen und Institutionen im Bereich der Familien- und der Suchthilfe regte der Stadtverbandspräsident Michael Burkert anlässlich der Fachveranstaltung „Jugend, Familie und Sucht“ der Aktionsgemeinschaft Drogenberatung e.V. an.


„Fast immer spielt sowohl bei der Entstehung wie auch später in der Behandlung von Suchtkrankheiten der familiäre Kontext eine große Rolle“, so der Stadtverbandspräsident. „Gleichzeitig hat Familie auch bei der Überwindung der Sucht eine zentrale Funktion.“
Die Aktionsgemeinschaft Drogenberatung sieht sich in ihrer praktischen Arbeit sowohl auf der Präventions- wie auch auf der Beratungsebene mit vielfältigen Formen des Suchtmittelmissbrauchs und der Suchtmittelabhängigkeit konfrontiert. Das Thema „Jugend, Familie und Sucht“ liegt im Schnittfeld von Intimsphäre und öffentlichem Interesse und mobilisiert nach wie vor in hohem Maße Widerstände, Abwehr- und Tabuisierungstendenzen.
Michael Burkert: „Bei der Suche nach Lösungen müssen daher die individuelle, die familienbezogene und gesamtgesellschaftliche Perspektive gesehen werden. Die zunehmende Brüchigkeit familiärer Beziehungen, die Bedrohung der materiellen Grundsicherung und des Wohlstandes begünstigen das Drogen- und Suchtproblem bei Jugendlichen und Erwachsenen.“ Vor diesem Hintergrund könne die Zunahme des Suchtmittelkonsums auch als Folge des Umbruchs von Familien als gesellschaftlicher Institution gesehen werden. Die Krise der Familie und das Suchtproblem seien damit gesamtgesellschaftliche Herausforderungen, zu deren Lösung die Ebene der Person als Individuum, die Ebene der Familie als soziale Gemeinschaft sowie schließlich die Rolle der Familie als gesellschaftlich mittragendes Element berücksichtigt werden müsse.
Diese große Aufgabe könne nur durch eine Bündelung der Kräfte durch systematische Kooperation und Vernetzung gelingen. Im Bereich des Stadtverbandes Saarbrücken sollten vor allen Dingen die Familienzentren, die Suchthilfeeinrichtungen, die Jugendhilfeeinrichtungen und die Träger beruflicher Förderungsmaßnahmen Netzwerke bilden. Auch die Schulen könnten ihren Beitrag leisten, indem sie einerseits das Thema Sucht im Unterricht behandeln, sich andererseits auch zur rauchfreien Zone erklären. Gerade bei Jugendlichen sei das schulische Umfeld von vergleichbarer Bedeutung wie die Familie.
Die 1972 gegründete Aktionsgemeinschaft Drogenberatung e.V. betreut in ihrer Psychosozialen Beratungsstelle mit finanzieller Unterstützung des Stadtverbandes Saarbrücken drogenabhängige und drogengefährdete junge Menschen. Michael Burkert: „Die Arbeitsgemeinschaft hat sich in mehr als 30jähriger Arbeit in den Bereichen der Suchtberatung und Suchtprävention ein hohes fachliches Ansehen erworben. Daher war es für den Stadtverband Saarbrücken trotz der schwierigen Haushaltslage der öffentlichen Hand immer selbstverständlich, einen erheblichen Beitrag zur Finanzierung des Vereins zu leisten.“ Schließlich seien die rund 190.000 € Förderung im Jahr eine Ausgabe, die die Sozial- und Jugendhilfe entlaste und so trotz der angespannten Finanzsituation mehr als gerechtfertigt sei.
 

Regionalverband Saarbrücken
erstellt am 14.04.2005

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