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Sehenswertes in der Region Heusweiler |
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Altes ev. Pfarrhaus und ev. Pfarrkirche
| Das Alte evangelische Pfarrhaus wurde 1773 – 1775 gegenüber der damals bereits vorhandenen evangelischen Kirche (Ursprung 15. Jhdt.), nur von der Hauptstraße Heusweilers getrennt, errichtet. Baumeister war Johann Friedrich Stengel, Sohn des für den Nassauer Fürstenhof wirkenden Friedrich Joachim Stengel (u.a. Saarbrücker Schloss und Ludwigskirche). Das Erdgeschoß des 12 x 12 m großen Gebäudes durchmisst ein Flur, der mitten im Gebäude liegt und von dem vier annähernd gleich große Räume abzweigen. Eine aufwändig weitgehend wiederhergestellte hölzerne Treppe führt ins Obergeschoss.
In Heusweiler und Umgebung gibt es keinen vergleichbaren Bau aus der späten Barockzeit. Der II. Weltkrieg machte bauliche Eingriffe notwendig. Heute ist es eines der sehr wenigen, noch erhaltenen historischen Gebäude des alten Ortszentrums.
In der Taxa generalis um 1330 erscheint „Huswiler“ als Pfarrei. Bis zum Jahr 1575, als die Reformation eingeführt wurde, war der Kirchenbau aus dem 15. Jahrhundert katholisch. Ab dem Jahre 1685 diente die Kirche fast zwei Jahrhunderte lang beiden Konfessionen als Simultankirche. Das Simultanverhältnis wurde mit dem keine 200 m weiter errichteten Neubau der Katholischen Kirche Mariä Heimsuchung (1862/63) beendet.
In der Ev. Pfarrkirche ist noch der Rechteckchor aus dem 15. Jhdt. erhalten. Das barocke Schiff wurde 1912 durch einen Neubau ersetzt. Sehenswert ist auch der Sakramentsschrein, ebenfalls aus dem 15. Jhdt., sowie der Pfarrergrabstein von 1728.
Ölmühle Berschweiler
Die im Heusweiler Ortsteil Berschweiler gelegene Ölmühle ist ein bedeutendes, noch vorindustrielles, technisches Kulturdenkmal, das in seinem heutigen Erscheinungsbild aus dem 18. Jahrhundert datiert. Als Lohmühle ist sie bereits 1472 urkundlich erwähnt worden. Das ehemalige Wohngebäude sowie das angebaute Mühlengebäude und dessen technische Mühleneinrichtung sind noch weitgehend erhalten. Die Mühle wurde in den Jahren 1767 bis 1779 erbaut. Sie wurde vom Wahlschieder Bach durch ein oberschlächtiges Mühlrad angetrieben. Zur Ölgewinnung wurden Raps (sechs Zentner Raps ergaben 150 l Öl), Mohn, Nüsse und Bucheckern gepresst. Nach 1939 kam die Mühle nicht mehr zum Einsatz, obwohl sie noch vollständig funktionsfähig war. Die weitgehend hölzerne Mühlentechnik der Berschweiler Ölmühle (Kollergang, Presswerk, Wärmeofen und Walzenmühle) ist noch nahezu in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten.
1971 fand das Mühlengebäude samt der noch vorhandenen hölzernen Mühlentechnik und 1999 das Wohngebäude Aufnahme in die Denkmalliste des Saarlandes. Im April 2000 gründete sich ein Förderverein, der die denkmalgerechte Sanierung und museale Nutzung der Mühle gemeinsam mit der Eigentümerfamilie zum Ziel hat.
Besichtigungen sind nach Absprache mit dem Eigentümer möglich.
Kath. Kirche Maria Königin Obersalbach
Im Heusweiler Ortsteil Obersalbach befindet sich ein architektonisches Kleinod der Gemeinde, die 19.. neu erbaute Katholische Kirche Maria Königin Obersalbach. Beeindruckend sind die wunderbaren Glasfenster des englischen Glaskünstlers und Lichtarchitekten Brian Clark, die das von Holz und rotem Backstein dominierte Innere in ein mildes Licht tauchen. Den beiden saarländischen Architekten Peter Alt und Thomas Britz ist mit diesem moscheeähnlichen Sakralbau eine Architektur gelungen, die sich durch ihre hohe Qualität, die gewollte Strenge und vor allem durch ihre nüchterne Einfachheit auszeichnet. Der Kirchenneubau wurde erforderlich, als die ehemalige Kirche – keine 200 m vom Standort der neuen entfernt – wegen nicht reparablen Bergschäden abgerissen werden musste.
Bietschieder Schlösschen
Das sogenannte Bietschieder Schlößchen beherbergt seit 1954 ein Rehabilitationszentrum der Deutschen Steinkohle AG. Als Herrenhaus eines Hofgutes ließ es der Kaufmann Heinrich Wahlster um 1810 erbauen. Im Inneren des denkmalgeschützten Baues befinden sich hochwertige Stukkaturen des Empire, die nicht wie bislang üblich frei aufgetragen, sondern mittels vorgeprägter Modelle angebracht wurden. Der klassizistische Bau des Schlößchens mit Walmdach ist geräumig und zweigeschossig ausgeführt. Schon seine volkstümliche Benennung als Schlößchen, noch mehr aber die bauliche Anlehnung an die Tradition der Landsitze adliger Familien, zeugen vom Anspruch seines Erbauers bürgerlicher Herkunft: er wollte sich in der sozialen Stufenleiter des Biedermeier als legitimer Nachfolger des entmachteten Adels darstellen. Durch seine Kaufmannstätigkeit hatte er die Mittel erworben, um zu leben wie zuvor nur Adlige dies konnten. Heinrich Wahlster, im lokalen Volksmund als „de alde Wahlschder“ noch ein Begriff, hatte während der Französischen Revolution als Holzhändler, Saar- und Rheinflößer ein Vermögen gemacht. Er richtete in Bietschied ein Gestüt ein, das bis zur Zeit Napoleons III. unter anderem den französischen Generalstab mit Pferden versorgte.
Das sog. Bietschieder Schlösschen ist als Einzeldenkmal in der Saarländischen Denkmalliste erfasst. Maßgeblich zu dem Denkmalwert tragen eine Vielzahl noch vorhandener und zeitgenössischer Ausstattungsmerkmale bei. Die an der Ostfassade noch original vorhandene Eingangssituation besteht aus einem Türgewände aus Sandstein, im Schlussstein mit 1771 datiert. Diese Türsituation steht für einen 1771 errichteten Vorgängerbau, der in das Erbe von Heinrich Wahlster überging und in der Folge erweitert und umgebaut wurde.
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