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Öko-Cowboys bald auch im Warndt ?!
"Was neulich DER SPIEGEL über "Bio-Cowboys" in der Uckermark (Meckl.-
Vorpom.) berichtete, können wir im Warndt auch bald bieten: Naturnahe
Rinderzucht in Mutterkuhherden, d.h. ein höchst qualitatives Naturprodukt!",
freuen sich mit Günter Schambil, geschäftsführender Gesellschafter der vor
kurzem gegründeten Naturrind Warndt GmbH aus Ludweiler mit insgesamt elf
weiteren Gesellschaftern.


Ab April 2003 beabsichtigt die Naturrind Warndt GmbH, ca. 35 ha Brachfläche
am Ende der verlängerten Hugenottenstraße im Völklinger Stadtteil Ludweiler
mit 29 Glanrindern zu beweiden. "Die Tiere sind schon gekauft, jetzt müssen
Zäune gezogen, Freiflächen gemulcht und Büsche entfernt werden, damit es im
April losgehen kann", freut sich Wilhelm Wagner, einer der Mitinitiatoren aus
dem Warndt. Schambil und Wagner kündigten an, über das Modellprojekt im
April mit allen Beteiligten (Umweltministerium, Mittelstadt Völklingen,
Stadtverband Saarbrücken, Verein Vis à Vis, Forstverwaltung,
Landschaftspflegeverein Karlsbrunn und vielen mehr) ausführlich zu berichten,
wenn die Tiere "aufgetrieben" sind.

Am letzten Montag ging es nun darum, dieses Modellprojekt vor Ort
vorzubereiten. Der Biogeograph Matthias Kunz von der untere
Naturschutzbehörde des Stadtverbandes Saarbrücken stellte vor Ort die
erforderlichen umfangreiche Arbeiten in den Wiesen südlich der verlängerten
Hugenottenstraße vor:

Die vom Land, bzw. vom Verein Vis à Vis beauftragte Naturlandstiftung Saar wird
eine das ganze Gebiet umfassende Arbeitsschneise für den Koppelzaun
freimulchen. Im Rahmen einer für die Beweidung unerlässlichen "Erstpflege"
werden Freiflächen gemulcht, Büsche und Hecken teilweise entfernt. Welche
Strukturen erhalten bleiben und noch in diesem Jahr durch einen ökologischen
Gutachter näher untersucht werden, ist in dem Bescheid der
Naturschutzbehörde genau festgelegt. "Deshalb braucht niemand besorgt zu
sein, wenn jetzt einige Strukturen im Gelände beseitigt werden", erklärte Kunz,
der betont, dass die Massnahmen mit allen Beteiligten, der Mittelstadt
Völklingen, der Forstverwaltung, dem NABU, der Jägerschaft, der
Landwirtschaftskammer etc. einvernehmlich abgestimmt sind.

Die im Saarland insgesamt anstehenden Modellprojekte werden vom Verein Vis
à Vis im Rahmen des Bundeswettbewerbes "Regionen – aktiv" organisiert: drei
davon sind Beweidungsprojekte, ähnlich wie das an der Hugenottenstraße, die
vorbildlich aufzeigen sollen, wie die Agrarwende erreicht werden kann.
Insbesondere wie durch extensive Beweidung die Landschaft offen gehalten,
eine tierartgerechte Haltung praktiziert und umweltgerecht landwirtschaftliche
Produkte erzeugt werden können. Darüber hinaus sollen in Zusammenarbeit mit
der regionalen Wirtschaft neue Einkommens – und Entwicklungschancen für die
Landwirtschaft aufgezeigt und geschaffen werden.
 

Regionalverband Saarbrücken
erstellt am 03.02.2003

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