Riesenbärenklau hat sich an Gewässern und in Gemeinden des Stadtverbandes
erheblich ausgebreitet
Vor einem Jahr hatten das saarländische Umweltministerium und der
Stadtverband Saarbrücken in einer breiten Öffentlichkeitskampagne auf die
gesundheitlichen, ökonomischen und ökologischen Gefahren des
Riesenbärenklaus aufmerksam gemacht. In einer Informationsbroschüre wurden
insbesondere Kindergärten, Grundschulen und darüber hinaus alle Bürgerinnen
und Bürger auf die gesundheitlichen Gefahren des Riesenbärenklaus
hingewiesen. Durch phototoxische Reaktionen der Haut entstehen auch bei
leichtesten Berührungen mit Blättern und besonders mit dem Pflanzensaft durch
spätere UV-Einstrahlung heftige allergische Reaktionen bis hin zu schweren
Verbrennungen.
Gut vorbereitet haben sich in diesem Jahr die Untere Wasserbehörde und
Untere Naturschutzbehörde beim Stadtverband Saarbrücken. Die Städte und
Gemeinden erhielten Informationsmaterial für Veröffentlichungen in den
gemeindlichen Mitteilungsblättern. Gemeinsam mit den Verwaltungen und dem
ehrenamtlichen Naturschutz in den Städten und Gemeinden werden zur Zeit
Bestände des Riesenbärenklaus an Gewässern erfasst. Gerade die Bäche und
Gewässer sind für den Samen des Riesenbärenklaus ideale Transportwege. So
schaffen die Pflanzen, die bis zu 50.000 Samen pro Exemplar produzieren
können, schnell kilometerlange Distanzen bis zum nächsten "Brückenkopf". Die
Folgen sind für die Gewässerökologie gravierend: anstelle eines Artenreichtums
und einer biologischen Vielfalt entsteht eine Monokultur aus Riesenbärenklau.
Allein in der Gemeinde Heusweiler wurden durch das Ehrenamt rund 50
Bachkilometer abgegangen und kartiert, ähnliches geschieht in Riegelsberg. In
der Stadt Püttlingen arbeiten Gartenamt und Ehrenamt eng zusammen; sie
erfassen und regulieren die Bestände des Riesenbärenklaus vor allem am
Köllerbach und seinen Nebenbächen. In Völklingen liegt der Schwerpunkt im
Warndt am Lauterbach, wo die Vorkommnisse des Riesenbärenklaus das größte
Ausmaß angenommen haben. Bereits seit Jahren reguliert der
Landschaftspflegeverein Karlsbrunn ehemals hektargroße Bestände in
Karlsbrunn.
In der Gemeinde Kleinblittersdorf engagiert sich im besonderen der Bauhof der
Gemeinde, in der Stadt Sulzbach das dortige Umweltamt, das Bestände am
Sulzbach erfasst und in Kooperation mit Naturschützern beseitigt. In Quierschied
und Friedrichsthal bestehen nur wenige Vorkommen und die Situation ist nach
Angaben der Gemeinden übersichtlich.
Stadtverbandsbeigeordnete Elfriede Nikodemus freut sich über die positive
Resonanz aus den Städten und Gemeinden: "Das Engagement des
ehrenamtlichen Naturschutzes und die pragmatische Kooperation mit den
Kommunen haben mich beeindruckt. Allen Mitwirkenden ein herzliches Dank
und ein großes Lob". Nach der so initiierten Erfassung und Regulierung des
Riesenbärenklaus geht man beim Stadtverband einen innovativen Schritt weiter:
Die Untere Naturschutzbehörde beim Stadtverband Saarbrücken hat in
Absprache mit Vertretern des Umweltministeriums die Regulierung von
Riesenbärenklaubeständen als ökokontofähig erklärt. Das heißt, dass die
Aufwendungen für die Beseitigung des Riesenbärenklaus in den gemeindlichen
Ökokonten in der Positivbilanz berücksichtigt werden können. Damit werden sie
- wie auch andere Landschaftspflegemaßnahmen - als Ausgleich für Eingriffe
anderer Art und anderem Ort bilanzfähig.
Nach Abstimmung mit der betroffenen Standortgemeinde kann dies mit
finanziellen Rückflüssen für die Landwirtschaft und Naturschutzgruppen
verbunden sein. Wichtige Voraussetzung dafür ist die vertragsgesicherte
Verbindlichkeit und Nachhaltigkeit in der Beseitigung von
Riesenbärenklaubeständen, die sich leicht über 10 Jahre erstrecken kann.
Finanzielle Anreize richten sich insbesondere an Landschaftspflegevereine und
Landwirte. Entsprechend geeignete Flächenbestände des Riesenbärenklaus
können so durch Beweidung mit Schafen oder Rindern beseitigt werden.
Hinweise über Bestände des Riesenbärenklaus nehmen die Stadt- und
Gemeindeverwaltungen im Stadtverband entgegen, sowie die Untere
Naturschutzbehörde des Stadtverbandes Saarbrücken (Frau Andrea Franz oder
Frau Marion Kunz, Tel.: 0681/506-6151). Weiterführende Hinweise sind abrufbar
unter www.stadtverband-saarbruecken.de auf einer eigenen Seite
"Riesenbärenklau". Rückfragen zu Fachfragen bei Regulierung und
Ökokontobilanz an Wolfgang Selke, Lt. Team Umweltschutz beim Stadtverband
Saarbrücken (0681 506 6150 oder Wolfgang.Selke@SvSbr.de )
Für die Regulierung von Riesenbärenklau im Gebiet der Landeshauptstadt
Saarbrücken ist die Untere Naturschutzbehörde der Stadtverwaltung zuständig.
Regionalverband Saarbrücken
erstellt am 24.06.2003